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FAQ
Wie nähern wir uns dem Thema?
Annäherungen
Aus Perspektive der Sexologie kann Radikalisierung als Prozess verstanden werden, in dem intime Erfahrungen, sexuelle Entwicklung und ideologische Deutungsangebote eng ineinandergreifen. Aus dieser Perspektive sind Sexualität und Intimität keine Randthemen, sondern zentrale Bestandteile der Identitätsbildung auch und gerade im Kontext von Radikalisierungsdynamiken.
Wenn sexuelle Bedürfnisse, Nähe oder Anerkennung etwa dauerhaft frustriert oder moralisch repressiv reguliert werden, entstehen innere Spannungen, Scham und Kränkungen. Extremistische Ideologien greifen diese Konflikte gezielt auf. Von extremistischen Akteur:innen wird Sexualität normativ und identitär aufgeladen und zugleich sexuelle Frustration und Identitätsunsicherheit aufgegriffen, indem rigide Geschlechterrollen, asketische Sexualnormen oder sexualisierte Heilsversprechen propagiert werden. Intimität wird dabei nicht als Beziehungsgeschehen verstanden, sondern ideologisch kontrolliert: als Belohnung, als Pflicht oder als Machtmittel.
Insbesondere das Zusammenspiel aus unterdrückter Sexualität, unsicherer Geschlechtsidentität und ideologischer Überhöhung kann dabei gewaltorientiertes Verhalten begünstigen – eine gelingende sexuelle Selbstwahrnehmung und positive Intimitätserfahrungen im Gegensatz dazu protektiv wirken.
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